Kultur pur - Natur pur

May 25, 2021
Andalusien

Alhambra, Ronda und das Hinterland

Die faszinierende Fahrt zur weißen Stadt

Es war uns eigentlich zu kurvig, denn die Damen im Golf vertragen die Kurven nicht so. Aber viele unserer Reisebekanntschaften in Andalusien hatten uns sehr ans Herz gelegt, ins Hinterland zu fahren und Ronda - die weiße Stadt - anzuschauen. Also nahmen wir die Strecke in Angriff - allerdings als Tagesausflug ohne Wohnwagen. Und dann diese Strecke: Kollege Lars hatte uns gewarnt, denn seine 3-jährige Tochter hatte sich 6-mal auf der Strecke übergeben: Eine Kurve ging in die nächste über und die Straße schraubte sich vom Meer auf über 1000 m in die Höhe. Dabei eine unglaublich faszinierende Landschaft. Wälder, Schluchten, Hochebenen, kahle Berge - so wunderschön. Elena schlief ziemlich schnell ein und so fuhren wir in Ruhe im Schneckentempo ohne Hörspiel diese sensationelle Straße bis nach Ronda. Kurz vorher wachte sie auf und war gar nicht gut drauf. Ihr war schummrig und sie fühlte sich nicht wohl. So gingen wir erstmal in eine Bar und erholten uns, bevor wir die insbesondere die mit einer berühmten Brücke glänzende Stadt anschauten.

Zum Arzt nach Marbella

Elena ging es dann die folgende Zeit am Meer weiter nicht so gut. Ihre Ohrenschmerzen kamen und gingen und sie war weinerlich. So beschlossen wir - weil wir mit den Ferndiagnosen unseres Freiburger Arztes nicht weiterkamen - einen Arzt in Marbella aufzusuchen. Genauer gesagt eine Ärztin, die in Deutschland studiert hatte und nun in Marbella praktiziert. Die etwas abenteuerliche Fahrt mit dem Wohnwagen zur Arztpraxis, etwas Warten (...einerseits im Wartezimmer des Arztes... andererseites mit Warnblinkanlage bei Auto & Wohnwagen mitten auf der Straße...) und die Untersuchung der Ärztin ergaben: Mittelohrentzündung. Ab sofort Antibiotika und einige Tage striktes Badeverbot für die Kleine. Wir hatten es schon so geplant, dass wir direkt weiter durchs Hinterland zur Alhambra nach Granada fahren wollten. Das passte ja dann, denn das Meer war dann weit weg.

Auf zur Alhambra

Es wurde eine lange Fahrt durchs wieder wunderschöne Hinterland - vorbei an kilometerlangen Olivenölplantagen. Auf Empfehlung übernachteten wir auf dem Bezahl-Parkplatz der Alhambra, wo man hinter Zufahrtsschranken 24 h parken darf. Eigentlich wollten wir noch in die Stadt, aber wir pflegten Elena im Wohnwagen und unterhielten sie mit Spielen - insbesondere wollte sie unbedingt Schach auf dem iPad sehen. 2-3 Stunden später ging es ihr wieder besser und sie suchte eifrig Natur-Dekoration für unser Grillen hinter dem Wohnwagen vor einer Steinmauer.

Morgens um 9 h ging's dann mit den online reservierten Tickets in die Alhambra. Wir wussten, dass der Besuch auch für Elena passen müsste, denn andere Familien hatten berichtet, dass man neben der Besichtigung der fantastischen Palasträume auch sehr viele Gärten, Pflanzen und Spaziergänge sehen und erleben kann. Und genauso war es. Auch ein Freiluftcafé mit Toasts und Getränken gab es. Einfach toll! Nach ca 3-4 Stunden fuhren wir noch mit dem Bus zum Essen in die Innenstadt von Granada - in ein prima Restaurant gegenüber eines Spielplatzes.

Rein in die Natur - in Richtung Sierra Nevada

Um uns irgendwie an Elenas Badeverbot halten zu können, beschlossen wir, in Richtung Sierra Nevada weiter zu ziehen. Einer der beiden angeschriebenen Campingplätze hatte offen und den steuerten wir an. Eigentlich nur 30 min Fahrt von Granada (...nach Google Maps...), aber wir zockelten eine unglaublich steile Straße im 2. Gang bis zum Campingplatz. Dort ebenfalls eine nervige Fahrerei & Rangiererei, bis wir auf dem Platz standen. Aber einmal fertig installiert ein super, super Naturerlebnis. Wir stehen einige 100 m über einem Stausee inmitten von völliger Naturruhe mit Platz für die Hängematte. Der richtige Campinglatz zum Erholen, Abschalten und Auskurieren. Mit Spielplatz, Restaurant und Shop. Und nebenan steht ein Schweizer VW Bus mit einem 5- und einem 7-jährigen Jungen. Prima für Elena. Und Vollmond scheint auch zu sein...

Corinna

Ich bin's - die im Exil lebende Italienerin

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